Seit über vier Jahren treibt ein Brandstifter in Riehen sein Unwesen. Jetzt hat die Polizei einen auffälligen Schlüsselbund gefunden - und hofft, dass dies der entscheidende Fehler war, auf den sie sehnlichst wartet.
Die Bevölkerung ist schon lange in Angst. 40 Brände in vier Jahren. Die Bilanz setzt auch den ermittelnden Beamten zu. «Auch wir verspüren den Druck aus der Bevölkerung. Wir wollen ihn endlich fassen», sagt der Basler Kriminalkommissär Markus Melzl. Jetzt hat er endlich wieder Grund zur Hoffnung.
Heute präsentierte die Staatsanwaltschaft der Öffentlichkeit den auffälligen Schlüsselbund, den sie bei einem der letzten Tatorte gefunden hat. Dieser umfasst zwei normale flache Haustürschlüssel und vier kleinere Bartschlüssel. Auffällig ist zudem ein etwa fünf Zentimeter grosser echter Skorpion, der in transparentem Plastik eingegossen und am Schlüsselbund befestigt ist. Es bestehe «der dringende Verdacht», dass er dem Brandstifter gehört und dieser ihn am Tatort verloren hat, meldete die Staatsanwaltschaft.
Nicht die geringste Spur
Obwohl die Polizei im vergangenen August ein Phantombild veröffentlichte, die Belohnung im Dezember auf 10 000 Franken erhöhte und bis heute rund 80 Hinweisen nachgegangen ist, stand sie bisher vor einem Rätsel. «Der Täter hinterliess keine Spuren», sagt Melzl. Selbst auf den Videos, die zur Überwachung öffentlicher Plätze in Riehen aufgestellt sind, sei nie ein Hinweis zu sehen gewesen.
Allerdings glaubt die Staatsanwaltschaft, dass nicht sämtliche 40 Brände auf das Konto des gleichen Feuerteufels gehen. «Wir gehen davon aus, dass zwei Drittel vom gleichen Brandstifter gelegt wurden. Die anderen Brände gehen eher auf das Konto von Nachahmungstätern», glaubt Melzl. Denn nicht sämtliche Brände passen ins Schema der unheimlichen Brandserie, die vor allem Gartenhäuschen und Scheunen umfasst.
Hoffen auf Kommissar Zufall
Der Feuerteufel hat laut den Ermittlern «in irgend einer Form» einen Bezug zu Riehen. Trotzdem weiss auch Melzl: Nicht selten führt bei einer solchen Brandserie Kommissar Zufall die Ermittler auf die richtige Spur. Dies hätten Fälle aus der Vergangenheit schon verschiedentlich gezeigt. Melzl sagt: «Wir hoffen, dass dem Täter durch den Verlust des Schlüsselbunds nun der entscheidende Fehler passiert ist.»
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